Regularien

    1. Administratives Ermessen
      1. Die hier vorliegenden Richtlinien befassen sich mit der Kleiderordnung, Weisungen für die Schiedsrichter, Vorgehensweisen bei Protesten und weiteren Themen, die für die Organisation und den Ablauf einer Veranstaltung geregelt werden müssen, in den Poolbillard Spielregeln jedoch nicht behandelt werden.
      2. Einige Richtlinien können je nach Turnier unterschiedlich gestaltet werden. Hierzu zählen zum Beispiel: die Anzahl von Gewinnspielen oder -sätzen die zum Partiegewinn führen oder abweichende Regelungen zum Anstoßrecht.
      3. Es obliegt dem Veranstalter eines Turniers, die Richtlinien für das Turnier in einer individuellen Turnier-Ausschreibung festzulegen.
      4. Individuell ausgeschriebene Turnier-Richtlinien können keinesfalls die Spielregeln oder Teile von diesen, außer Kraft setzen. Die offiziellen Poolbillard Regeln haben immer Priorität.
    2. Ausnahmen zu den Spielregeln
      1. Die jeweils aktuell gültige Spielregel darf nicht abgeändert werden, es sei denn, es liegt eine wirksame Ausnahmegenehmigung seitens des WPA Sports Director oder eines anderen WPA Offiziellen für das betreffende Turnier vor.
      2. Jegliche, für das betreffende Turnier wirksame, Änderung der Spielregeln sollte anlässlich des Player´s Meeting in schriftlicher Form erläutert werden.
    3. Kleiderordnung
      Die Kleiderordnung für Wettbewerbe im Rahmen des Spielbetriebes der Deutschen Billard Union, ist in der jeweils aktuell gültigen Sport- und Turnierordnung (STO) geregelt. Die STO umfasst alle Veranstaltungen auf Bundesebene.
      Die nachstehend aufgeführten Richtlinien gelten für den internationalen Spielbetrieb.
      1. Die Kleidung eines jeden Spielers muss der Art und Ebene des Wettbewerbs an dem er teilnimmt angemessen sein. Alle sichtbaren Kleidungsstücke müssen sauber, gepflegt und in einem guten Zustand sein. Ist ein Spieler über die Zulässigkeit seiner Kleidung unsicher, muss er vor Beginn seines Spiels die Turnierleitung konsultieren um eine Klärung herbei zu führen.
      2. Die Turnierleitung befindet abschließend über die Zulässigkeit einer Kleidung. In besonderen Fällen kann die Turnierleitung von ihrem Ermessenspielraum Gebrauch machen und einen Verstoß gegen die Kleiderordnung tolerieren. Hierzu zählen zum Beispiel Fälle, in denen Reisegepäck abhanden gekommen ist oder auch körperliche Einschränkungen.
        Ein Spieler kann wegen eines Verstoßes gegen die Kleiderordnung disqualifiziert werden. Ist nichts Gegenteiliges vor der Veranstaltung angekündigt, gilt die WPA Kleiderordnung.
      3. (3) Folgende Vorschriften gelten derzeit für Weltmeisterschaften und World Tour Veranstaltungen:

 

              Herren

 

              - Erlaubt ist ein konventionelles Oberhemd oder Poloshirt mit Kragen in beliebiger Farbe. Es

 

              muss sich in einem guten, sauberen und gepflegten Zustand befinden.

 

              - Das Oberhemd oder Poloshirt muss in die Hose gesteckt sein.

 

              - T-Shirts sind nicht erlaubt.

 

              - Oberhemd oder Poloshirt müssen mindestens kurzärmelig sein.

 

              - Erlaubt sind konventionelle Anzughosen in beliebiger Farbe die sich in einem guten, sauberen

 

              und gepflegten Zustand befinden.

 

              - Nicht erlaubt sind sogenannte „Denim“- oder „Blue Jeans“ jeglicher Form und Farbe. Anzughosen

 

              in „Jeans-Design“ sind zulässig.

 

              - Passend zur Kleidung, müssen klassische, konventionelle Herrenschuhe beliebiger Farbe

 

              getragen werden.

 

              - Turnschuhe, sonstige Freizeitschuhe und Sandalen sind nicht erlaubt.

 

              - Elegante Sportschuhe deren Obermaterial aus dunklem Leder oder lederähnlichem Material

 

              besteht, sind grundsätzlich erlaubt. Letztlich liegt deren Zulässigkeit jedoch im Ermessen

 

              der Turnierleitung.

 

              Damen

 

              - Erlaubt sind konventionelle Oberhemden, Poloshirts, Blusen, elegante Tops oder Abendkleidung.

 

              - T-Shirts sind nicht erlaubt.

 

              - Erlaubt sind konventionelle Anzughosen in beliebiger Farbe die sich in einem guten, sauberen

 

              und gepflegten Zustand befinden.

 

              - Nicht erlaubt sind sogenannte „Denim“- oder „Blue Jeans“ jeglicher Form und Farbe. Anzughosen

 

              in „Jeans-Design“ sind zulässig.

 

              - Weibliche Sportler dürfen einen Rock tragen, der jedoch die Knie bedecken muss.

 

              - Passend zur Kleidung, müssen klassische, konventionelle Damenschuhe beliebiger Farbe

 

              getragen werden.

 

              - Turnschuhe, sonstige Freizeitschuhe und Sandalen sind nicht erlaubt.

 

              - Elegante Sportschuhe deren Obermaterial aus dunklem Leder oder lederähnlichem Material

 

              besteht, sind grundsätzlich erlaubt. Letztlich liegt deren Zulässigkeit jedoch im Ermessen

 

              der Turnierleitung.

 

              4. Aufbau / „Tappen“ von Tischen

 

              (1) Die dreieckige Markierung am Fußende des Tisches bezeichnet den Bereich für den Aufbau

 

              der Objektkugeln. Wurden in diesem Bereich mit Hilfe einer Schablone die Objektkugeln

 

              eingeklopft („Tapping“), verursacht jede Objektkugel an der gewünschten Stelle eine minimale

 

              Vertiefung. Ist dies der Fall, gilt ein Tisch als „getappt“.

 

              (2) Dieses Verfahren ersetzt die Verwendung des sonst üblichen Dreiecks und garantiert einen

 

              schnellen, engen und gleichbleibenden Aufbau.

 

              (3) Ob auf „getappten“ Tischen gespielt wird oder ob zum Aufbau ein herkömmliches Dreieck

 

              eingesetzt werden muss, ist Sache des Turnierveranstalters.

 

              (4) Den Spielern ist es nicht erlaubt die Tische zu „tappen“ oder während eines Turniers „nachzutappen“.

 

              Die Berechtigung hierfür, liegt ausschließlich im Bereich der zuständigen Turnieroffiziellen.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 3

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (5) Weitere Informationen über das „Tappen“ von Tischen und den entsprechenden Gebrauch

 

              von Schablonen erteilt der WPA Sportdirektor oder der BSO Pool.

 

              5. Spiel mit „Area Referee“ (Ein Schiedsrichter für mehrere Tische)

 

              (1) Der Einsatz von Schiedsrichtern bei einem Turnier kann so organisiert sein, dass ein

 

              Schiedsrichter nicht nur für einen Tisch zuständig ist, sondern für mehrere Tische gleichzeitig

 

              („Area Referee“). Auch unter diesem Umstand sind alle Spieler gefordert sich an die Spielregeln

 

              zu halten.

 

              (2) Für diesen Fall wird empfohlen wie folgt zu verfahren:

 

              a) Der nicht am Tisch befindliche Spieler übernimmt die Aufgaben des Schiedsrichters.

 

              b) Es besteht grundsätzlich der Anspruch auf eine, aus Sicht der Spieler, ordentliche

 

              Schiedsrichterleistung. Jeder Spieler hat daher das Recht eine Partie anzuhalten, bis dies

 

              gewährleistet ist. Zur ordnungsgemäßen Beurteilung eines bevorstehenden, heiklen, Stoßes

 

              kann der „Area Referee“ hinzugezogen werden. Beide Spieler können dies jederzeit

 

              tun, sofern sie sich entweder selber oder den jeweils Anderen, als außer Stande ansehen,

 

              die erforderliche Schiedsrichterleistung zu erbringen.

 

              c) Ist ein Streitfall eingetreten zu dem ein hinzugezogener „Area Referee“ eine Entscheidung

 

              treffen muss, obwohl er das Entstehen der strittigen Situation nicht beobachtet hat, ist er

 

              verpflichtet mit der größtmöglichen Sorgfalt zu verfahren um den Sachverhalt vollständig

 

              zu verstehen. Hierzu kann er zum Beispiel geeignete Zeugen befragen, Videoaufnahmen

 

              betrachten oder den Stoß, als solchen, nachvollziehen.

 

              d) Ist das Vorliegen eines Fouls strittig und ein hinzugezogener „Area Referee“ hat, zur Beurteilung

 

              des Vorfalls, außer den gegensätzlichen Aussagen der beteiligten Spieler keinerlei

 

              Möglichkeit einer Beweisaufnahme, muss angenommen werden, dass kein Foul vorliegt.

 

              6. Bestrafung von unsportlichem Verhalten

 

              (1) Zur Bestrafung von unsportlichem Verhalten stehen den Schiedsrichtern und den Turnieroffiziellen

 

              in den Spielregeln und den Regularien eine beträchtliche Anzahl unterschiedlichster

 

              Maßnahmen zur Verfügung.

 

              (2) Zur Festlegung eines Strafmaßes sollte ein Fall umfassend betrachtet werden. Hierzu zählen

 

              Sachverhalte wie: vorangegangenes Benehmen, bereits erteilte Verwarnungen, Schwere des

 

              Verstoßes und Informationen die eventuell anlässlich eines „Player´s Meeting“ bekannt gegeben

 

              wurden.

 

              (3) Ebenso sollte die Wertigkeit des Turniers berücksichtigt werden. Von Spielern die an Veranstaltungen

 

              teilnehmen die dem Leistungssport zuzurechnen sind, darf angenommen werden,

 

              dass sie mit den Regeln und Verfahrensweisen vertraut sind. Bei Spielern auf Veranstaltungen

 

              mit Einstiegsniveau kann dies nicht vorausgesetzt werden.

 

              7. Vorgehensweise bei Protesten

 

              (1) Ist eine übergeordnete Entscheidung gefordert, muss in erster Instanz der Schiedsrichter

 

              angesprochen werden.

 

              (2) Der Schiedsrichter wird unter Einbeziehung aller gebotenen Sorgfalt und Mittel eine Entscheidung

 

              treffen.

 

              (3) Gegen die Entscheidung des Schiedsrichters kann vor einem Oberschiedsrichter Protest

 

              eingelegt werden.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 4

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (4) Letzte Instanz zur Behandlung eines Protestes ist die Turnierleitung. Die Entscheidung der

 

              Turnierleitung ist, außer bei WPA Weltmeisterschaften, endgültig.

 

              (5) Bei WPA Weltmeisterschaften kann als letzte Instanz nach der Turnierleitung, für den Fall

 

              seiner persönlichen Anwesenheit, der WPA Sports Director angerufen werden. Für einen

 

              solchen Protest ist durch den Protestführer eine Sicherheitsleistung in Höhe von 100 USD zu

 

              hinterlegen. Ist der Protest erfolgreich, wird der Betrag erstattet.

 

              (6) Ein Protest zu einer Entscheidung kann zu jeder Angelegenheit nur einmal geführt werden.

 

              Sollte ein Spieler dieselbe, bereits abschließend beschiedene, Angelegenheit ein weiteres

 

              Mal hinterfragen, ist dies als unsportliches Verhalten zu werten.

 

              8. Anweisungen für Schiedsrichter

 

              (1) Ein Schiedsrichter trifft, seine Entscheidungen unter Einbeziehung aller, die jeweilige Situation,

 

              betreffenden Tatsachen. Basis seiner Entscheidungen ist das jeweils anzuwendende

 

              Regelwerk. Ein Schiedsrichter achtet darauf, dass ständig gleichbleibend faire Spielbedingungen

 

              für das von ihm betreute Spiel vorherrschen.

 

              (2) Sollten Umstände eintreten, die einen gleichbleibend fairen Partieverlauf erschweren oder

 

              unmöglich machen, wird der Schiedsrichter die Partie anhalten.

 

              (3) Ein Spiel wird auch dann angehalten, wenn eine Entscheidung oder eine Regelfrage strittig

 

              ist.

 

              (4) Ein Schiedsrichter wird Fouls benennen und Ansagen in besonderen Situationen vornehmen,

 

              sofern die Spielregel dies vorsieht.

 

              (5) Sofern im Regelwerk vorgesehen, ist der Schiedsrichter in der Pflicht auf Fragen zu antworten,

 

              zum Beispiel nach der Anzahl gegenwärtiger Fouls, Ratschläge zu einer Spielsituation

 

              oder Ausführungen zur Auslegung einer Regel oder ähnliche Stellungnahmen sind einem

 

              Schiedsrichter nicht gestattet, es sei denn eine Spielregel sieht dies ausdrücklich vor.

 

              (6) Ein Schiedsrichter kann einem Spieler in der Form assistieren in dem er zum Beispiel das

 

              Hilfsqueue reicht oder entgegennimmt oder, falls nötig, die Lampe für die Ausführung eines

 

              Stoßes beiseite hält.

 

              (7) Ist für ein Spiel eine Drei-Foul-Strafe vorgesehen, muss der Schiedsrichter bei Begehen des

 

              zweiten Fouls in Folge dies ansagen. Kommt der betreffende Spieler wieder an den Tisch, ist

 

              der Schiedsrichter gehalten erneut mit einer Warnung auf diesen Umstand hinzuweisen. Das

 

              erste Foul muss nicht als solches angesagt werden. Dies kann jedoch so gehandhabt werden,

 

              um spätere Missverständnisse auszuschließen.

 

              (8) Ist eine Zähltafel vorhanden die den Spieler und die Anzahl seiner Fouls anzeigt, müssen

 

              Fouls nicht gesondert angesagt werden.

 

              9. Auskünfte des Schiedsrichters

 

              (1) Ein Schiedsrichter erteilt auf Anfrage der Spieler Auskünfte zum laufenden Spiel und der

 

              anzuwendenden Regeln. Hierzu zählen Fragen wie, liegt eine Kugel im Dreieck, liegt eine

 

              Kugel im Kopffeld, Fragen zum Spielstand, Fragen bezüglich der Punktezahl die zum Sieg

 

              benötigt wird, Fragen zur Anzahl gegenwärtiger Fouls oder welche Regel hinsichtlich eines

 

              zur Ausführung anstehenden Stoßes greift.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 5

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (2) Muss der Schiedsrichter eine Regel oder deren Auslegung erläutern, wird er dies so gut er

 

              kann tun. Eine falsche oder missverständliche Äußerung eines Schiedsrichters zu einer Regel

 

              schützt jedoch keinen Spieler vor deren tatsächlichen Auswirkungen.

 

              (3) Ein Schiedsrichter darf keinerlei subjektive Meinung oder Hinweise zum Spiel abgeben, die

 

              geeignet sind den Spielverlauf zu beeinflussen. Beratungen zu möglichen Lösungswegen in

 

              einer Spielsituation, Äußerungen zu möglicherweise zielführenden Stößen, Hinweise auf

 

              vorliegende Kombinationsstöße, Hinweise zum Spielverhalten oder den Eigenschaften des

 

              Tisches sind nicht statthaft.

 

              10. Zusatz zum 8-Ball

 

              (1) Ist die Verteilung der Gruppen entschieden und ein Spieler versenkt versehentlich eine Objektkugel

 

              der gegnerischen Gruppe, muss dies unverzüglich und vor dem nächsten Stoß des

 

              Spielers als Foul angesagt werden.

 

              (2) Wird zu einem bereits fortgeschrittenen Stadium eines Spiels durch einen der Spieler oder

 

              den Schiedsrichter festgestellt, dass die Gruppen verwechselt wurden, wird das Spiel abgebrochen

 

              und wiederholt. Der ursprünglich anstoßende Spieler eröffnet auch das zu wiederholende

 

              Spiel.

 

              11. Wiederherstellen einer Position

 

              (1) Ist die Position einer oder mehrerer Kugeln wieder herzustellen, liegt die Verantwortung für

 

              die korrekte Ausführung dieser Maßnahme ausschließlich beim Schiedsrichter.

 

              (2) Zur Entscheidungsfindung über das Positionieren von Kugeln kann ein Schiedsrichter sich

 

              aller ihm geeignet erscheinenden Mittel bedienen. Er kann auch einen oder beide Spieler

 

              befragen. Die Meinung der Spieler kann seine Entscheidungsfindung unterstützen, ist jedoch

 

              nicht bindend.

 

              (3) Eine wieder hergestellte Position kann von beiden beteiligten Spielern je einmalig bemängelt

 

              und zur Diskussion gestellt werden. Die dann, vom Schiedsrichter als abschließend und korrekt

 

              wieder hergestellt, eingestufte Position, ist zu akzeptieren. Ein erneuter Protest ist nicht

 

              zulässig.

 

              12. Akzeptanz des Materials

 

              (1) Ist ein Turnier oder eine Partie gestartet, besteht für die Spieler keine Möglichkeit mehr die

 

              Rechtmäßigkeit oder die Qualität des zu bespielenden Materials zu bemängeln.

 

              (2) Proteste zur Beschaffenheit des Materials sind vor Beginn eines Turniers durch den Schiedsrichter

 

              oder die Turnierleitung an den Turnierveranstalter zu richten.

 

              13. Entleeren von Taschen

 

              (1) Damit eine Kugel als eingespielt gelten kann, muss sie die Bedingungen, die in Regel 8.3

 

              (Versenkte Kugeln) beschrieben werden, erfüllen. Es ist Aufgabe des Schiedsrichters die

 

              Taschen zu entleeren. Die Verantwortung dafür, dass dies geschieht liegt jedoch bei den

 

              Spielern. Auswirkungen oder gar Fouls durch nicht geleerte Taschen sind demnach hinzunehmen.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 6

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (2) Ist kein Schiedsrichter am Tisch (z.B. bei Spiel mit „Area Referee“) kann der am Tisch befindliche

 

              Spieler diese Aufgabe selbst übernehmen. Er muss dies jedoch zuvor seinem Gegenspieler

 

              unmissverständlich ankündigen.

 

              14. Time Out

 

              (1) In Partien, die bis 9 (8-Ball) beziehungsweise bis 13 (9-Ball) Gewinnspiele angesetzt sind,

 

              steht jedem Spieler ein Time Out von 5 Minuten zu. Bei kürzeren Ausspielzielen ist kein Time

 

              Out vorgesehen. Der Veranstalter eines Turniers kann eine abweichende Regelung vorgeben.

 

              (2) Um ein Time Out zu nehmen muss ein Spieler:

 

              a) den Schiedsrichter über diese Absicht informieren

 

              b) sichergehen, dass der Schiedsrichter dies zur Kenntnis genommen, und das Time Out im

 

              Spielbericht vermerkt hat.

 

              c) sichergehen, dass der Schiedsrichter den Tisch als angehalten markiert. (Üblicherweise

 

              legt er dazu einen Queue quer über den Tisch).

 

              (3) Läuft ein Time Out, muss der Gegenspieler ebenso wie während einer Aufnahme, an seinem

 

              Sitzplatz verbleiben. Ein Entfernen vom Sitzplatz oder Tätigkeiten die nicht einem normalen

 

              Verhalten während einer laufenden Partie zuzurechnen sind, werden ebenso als Time Out

 

              angesehen und als solches gewertet. Der betreffende Spieler erhält kein weiteres Time Out.

 

              (4) In den Disziplinen 8-Ball und 9-Ball kann ein Time Out nur zwischen den einzelnen Spielen

 

              genommen werden. Das Spiel wird angehalten.

 

              (5) In der Disziplin 14.1 endlos ist ein Time Out zwischen den Racks, also in der Phase eines

 

              Wiederaufbaus der Objektkugeln zu nehmen. Ein aufnahmeberechtigter Spieler kann auch

 

              während eines Time Out seines Gegenspielers die eigene Aufnahme fortsetzen. Für diesen

 

              Fall muss der abwesende Spieler dafür sorgen, dass ein Schiedsrichter die Partie überwacht.

 

              Bei einer Fortsetzung ohne Schiedsrichter besteht keinerlei Recht auf spätere Reklamationen.

 

              (6) Auch in der Phase eines Time Out ist jeder Spieler gehalten darauf zu achten, dass sein

 

              Benehmen und sein Handeln jederzeit mit den Prinzipien des Sports im Einklang stehen.

 

              Zuwiderhandlungen können als unsportliches Verhalten bestraft werden.

 

              (7) Bei Vorliegen medizinischer Indikationen, kann ein Turnierleiter von der vorgegebenen Anzahl

 

              der zulässigen Time Outs abweichen.

 

              15. Reihenfolge des Anstoßens

 

              (1) Die Gestaltung des Anstoßrechtes ist Sache der Turnierleitung. Neben dem in den disziplinspezifischen

 

              Regeln vermerkten Standard, gibt es diverse Möglichkeiten wer das zweite Spiel

 

              einer Partie eröffnet. Gebräuchlich sind Winnerbreak (Gewinner des vorangegangen Spiels

 

              stößt an) oder die Spieler haben abwechselnd je dreimal in Folge das Anstoßrecht.

 

              16. Der Aufbau beim 9-Ball

 

              (1) In der Disziplin 9-Ball müssen außer der 9 und der 1 alle Objektkugeln wie in Regel 2.2 beschrieben

 

              nach dem Zufallsprinzip aufgebaut werden. Es darf nicht sortiert oder eine bestimmte

 

              Anordnung vorgenommen werden.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 7

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (2) Sofern kein Schiedsrichter den Aufbau vornimmt, sind hiermit die Spieler selbst betraut. Sollte

 

              einer der Spieler den Eindruck haben, dass ein Aufbau auf einen Verstoß gegen Absatz (1)

 

              zu überprüfen sei, muss er einen Schiedsrichter oder die Turnierleitung hinzuziehen.

 

              (3) Ein Spieler der vorsätzlich Objektkugeln an bestimmten Positionen aufbaut ist offiziell zu

 

              verwarnen.

 

              (4) Ein einmal, in dieser Sache, verwarnter Spieler ist bei einem erneuten Verstoß gegen die in

 

              Absatz (1) genannten Bestimmungen, wegen unsportlichem Verhalten zu bestrafen.

 

              17. Bedingungen für den Anstoß

 

              (1) Die Turnierleitung kann bei Spielen wie z. B. 9-Ball, die einen offenen Anstoß erfordern, zusätzliche

 

              Bedingungen für den Anstoß festlegen. Zum Beispiel kann verlangt werden, dass

 

              drei Kugeln über die Kopflinie laufen müssen oder gelocht werden.

 

              18. Ablenken der Spielkugel beim Anstoß

 

              (1) Es kann passieren, dass ein Spieler beim Anstoß abrutscht und versucht, die Weiße mit dem

 

              Queue oder anderen Hilfsmitteln von ihrem normalen Lauf abzuhalten. Solche und ähnliche

 

              Aktionen sind absolut verboten und werden nach Regel 6.16 (Unsportliches Verhalten) bestraft.

 

              Zu keiner Zeit dürfen Spieler irgendeine Kugel, die sich im Spiel befindet, berühren.

 

              Ausnahme ist die an einem Queue befestigte Pomeranze, die während einer nach vorne

 

              gerichteten Stoßbewegung gegen die Weiße trifft. Die Strafe für solch ein Foul wird vom

 

              Schiedsrichter festgelegt nach den Grundsätzen für Unsportliches Verhalten, geregelt in 6.16.

 

              19. Zeitlimit „Shot Clock“

 

              (1) Ein Zeitlimit zur Ausführung eines Stoßes kann durch die beteiligten Spieler oder einen Turnieroffiziellen

 

              zu jeder Zeit beantragt werden.

 

              (2) Die Turnierleitung oder ein hierzu autorisierter Offizieller entscheidet ob ein Zeitlimit verhängt

 

              wird oder nicht.

 

              (3) Ist ein Zeitlimit verhängt worden, gilt dieses für beide Spieler. Ein offiziell beauftragter Zeitnehmer

 

              wird die Einhaltung des Zeitlimits für die Dauer der Partie überwachen.

 

              (4) Es wird empfohlen, wie folgt zu verfahren:

 

              a) Für jeden Stoß ist ein Zeitlimit von 35 Sekunden vorgesehen. 10 Sekunden vor Ablauf des

 

              Zeitlimits ist eine Warnung auszusprechen.

 

              b) Einmalig pro Spiel steht jedem Spieler eine Verlängerung von 25 Sekunden zu.

 

              c) Die Zeitnahme beginnt erst, wenn alle Kugeln zur Ruhe gekommen sind. Sich drehende

 

              Kugeln sind noch in Bewegung.

 

              d) Die Zeitnahme endet, wenn die Pomeranze die Spielkugel berührt, um einen Stoß auszuführen

 

              oder wenn ein Spieler das Zeitlimit überschreitet.

 

              e) Ist das vorgegebene Zeitlimit überschritten worden, ist dies ein Standardfoul.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 8

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              20. Nur Fouls mit der Spielkugel

 

              (1) Wird ohne Schiedsrichter gespielt kann vereinbart werden, dass nur Fouls mit der Spielkugel

 

              als solche gewertet werden. Fouls durch versehentliches Berühren oder Bewegen einer oder

 

              mehrerer Objektkugeln werden somit nicht geahndet.

 

              (2) Ist jedoch zu erwarten, dass durch unkorrekt berührte oder bewegte Kugeln das Resultat

 

              eines Stoßes beeinträchtigt oder verfälscht wird, muss dem Gegenspieler die Möglichkeit

 

              eingeräumt werden zu prüfen ob die ursprüngliche Lage wieder hergestellt werden sollte oder

 

              nicht. Setzt ein Spieler seine Aufnahme fort ohne seinem Gegenspieler diese Möglichkeit

 

              einzuräumen, ist dies ein Foul. Der Gegenspieler erhält „Ball in Hand“.

 

              (3) Ist eine ursprüngliche Lage wieder herzustellen, muss dies im Einvernehmen beider Spieler

 

              geschehen.

 

              21. Verspätetes Antreten

 

              (1) Jeder Spieler ist gehalten sich zum angesetzten Zeitpunkt seiner Partie am hierfür vorgesehenen

 

              Tisch, in spielbereitem Zustand, einzufinden.

 

              (2) Verspätet sich ein Spieler um mehr als 15 Minuten, verliert er die Partie.

 

              (3) Es wird empfohlen, wie folgt zu verfahren:

 

              a) 1. Aufruf nach fünf Minuten.

 

              b) 2. Aufruf nach zehn Minuten.

 

              c) 3. und letzter Aufruf nach 14 Minuten mit dem Zusatz, dass der betreffende Spieler, sofern

 

              er sich nicht innerhalb einer Minute am Tisch einfindet, disqualifiziert wird.

 

              (4) Für Spieler, die sich wiederholt verspäten, kann diese Regelung verschärft werden.

 

              22. Störungen von außerhalb

 

              (1) Regel 1.9 beschreibt die Störungen von außerhalb.

 

              (2) Ein Schiedsrichter sollte sicherstellen, dass Störungen von außerhalb vermieden werden.

 

              Spieler an benachbarten Tischen oder Zuschauer können zum Beispiel physisch oder verbal

 

              Störungen von außerhalb verursachen. Der Schiedsrichter kann die Partie anhalten bis die

 

              Ursache der Störung behoben ist.

 

              23. Coaching

 

              (1) Es ist grundsätzlich erlaubt, dass ein Spieler in einer laufenden Partie Ratschläge von seinem

 

              Trainer erhält.

 

              (2) Eine permanente oder, Stoß für Stoß begleitende Einflussnahme eines Trainers ist gegen die

 

              Natur des Spiels und daher nicht erlaubt.

 

              (3) Es ist einem Trainer nicht gestattet an den Tisch heranzutreten.

 

              (4) Beraten „Coaching“ während eines Time Outs ist erlaubt.

 

              Deutsche Billard-Union e.V. - Regularien Pool - Stand 03/2009 Seite 9

 

              © Deutsche Billard-Union e.V.

 

              (5) Ist ein Schiedsrichter der Auffassung, dass ein Trainer eine Partie behindert oder sein Verhalten

 

              störend ist, kann er den betreffenden Trainer anweisen, sich vom Spielbereich zu entfernen.

 

              (6) Der Schiedsrichter und / oder die Turnierleitung können weitere und gegebenenfalls strengere

 

              Grenzen festlegen.

 

              24. Höhere Gewalt

 

              (1) Höhere Gewalt sind unvorhersehbare Vorkommnisse deren Folge nicht durch die Spielregeln

 

              erfasst ist.

 

              (2) In solchen Fällen entscheidet der Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen und

 

              unter Anwendung höchstmöglicher Fairness, über die weitere Verfahrensweise.

 

              (3) Beispiel: Ein Zwischenfall macht es unumgänglich, dass eine laufende Partie auf einen anderen

 

              Tisch verlegt werden muss. Hier kann ein Schiedsrichter auf „Unentschieden“ erkennen,

 

              sofern er sich außer Stande sieht die Position der Kugeln exakt wieder herzustellen.

 

              25. Verbleib am Sitzplatz

 

              (1) Der nicht aufnahmeberechtigte Spieler verbleibt an seinem Sitzplatz.

 

              (2) Sollte ein Spieler während eines Spiels den Spielbereich verlassen müssen, benötigt er dafür

 

              die Erlaubnis des Schiedsrichters.

 

              (3) Ein unerlaubtes Entfernen vom Spielbereich ist als „Unsportliches Verhalten“ einzustufen.

 

              26. Zeitgleiches Treffen der Kugeln

 

              (1) Falls die Weiße eine eigene und eine fremde Kugel ungefähr gleichzeitig trifft und nicht sicher

 

              festgestellt werden kann, welche Kugel zuerst getroffen wurde, so wird im Zweifel für den

 

              Spiele entschieden und der Stoß als korrekt angesehen.

 

              27. Ansage press liegender Kugeln

 

              (1) Die Lage von Objektkugeln die augenscheinlich „press“ an einer Bande oder „press“ an der

 

              Spielkugel („Weiße“) liegen, ist vom Schiedsrichter genau festzustellen und gegebenenfalls

 

              als „press“ anzusagen.

 

              (2) Ist eine Lage unklar können beide Spieler den Schiedsrichter darauf aufmerksam machen

 

              und eine klärende Entscheidung einfordern. Die hierfür erforderliche Spielunterbrechung ist

 

        hinzunehmen.